Das Kloster Cornberg blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – von seinen Anfängen als Benediktinerinnenkloster im 13. Jahrhundert über die Reformation und Jahrhunderte profaner Nutzung bis hin zur sorgfältigen Restaurierung und heutigen Wiederbelebung als kulturelle Begegnungsstätte.
Die Vorgängergründung „Kloster Bubenbach" wird als Tochterkloster der mächtigen Reichsabtei Hersfeld errichtet – ein klassisches Benediktinerinnenkloster der hochmittelalterlichen Klosterlandschaft Nordhessens.
Unter Propst Hartibus wird das Kloster zwischen 1292 und 1296 an seinen heutigen Standort verlegt. Die erste urkundliche Erwähnung von „Cornberg" datiert auf das Jahr 1292.
Das Kloster wächst zu einer wichtigen geistlichen und wirtschaftlichen Institution der Region. Stiftungen Adliger sichern seine Existenz und prägen die romanisch-gotische Architektur, deren Grundzüge bis heute erhalten sind.
Mit der Einführung der Reformation in Hessen unter Landgraf Philipp dem Großmütigen wird das Kloster aufgehoben. Die Gebäude bleiben als landgräflicher Wirtschaftshof bestehen.
Über drei Jahrhunderte dient das ehemalige Kloster als landwirtschaftliche Domäne und später als Adelsgut. Die ursprüngliche Bausubstanz wird vielfach umgebaut, aber im Kern erhalten.
Nach Jahrzehnten des Verfalls beginnt die Gemeinde Cornberg mit ersten Plänen für eine umfassende Rettung und Restaurierung der historischen Anlage.
Viereinhalb Jahre Bauzeit und über 12 Millionen DM Investition machen aus den verfallenden Mauern eine Begegnungsstätte. Die Klosterkirche mit ihrer Nonnenempore wird zur Kulturbühne, der Innenhof zum stimmungsvollen Festplatz.
Mit Abschluss der Bauarbeiten gründen engagierte Bürgerinnen und Bürger den Kulturverein Kloster Cornberg e.V. – mit dem Ziel, die wiedergewonnenen Räume mit Leben und Begegnung zu füllen.
Über 200 Veranstaltungen später ist das Kloster Cornberg ein fester Bestandteil der nordhessischen Kulturlandschaft – getragen vom Engagement seiner Mitglieder.
Das Kloster Cornberg zeigt eine seltene Verschmelzung romanischer und gotischer Bauelemente. Die markanten Rundbogenfenster der Klosterkirche stammen aus der Erbauungszeit im späten 13. Jahrhundert, während Spitzbögen und Maßwerk im Innenraum auf spätere Erweiterungen in der Gotik verweisen.
Besonders bemerkenswert ist die Nonnenempore im nördlichen Flügel der ehemaligen Klosterkirche – heute Hauptspielfläche unserer Konzerte und Lesungen. Der dreiseitige Innenhof, früher der Wirtschaftsbereich des Klosters, dient heute als Veranstaltungsplatz für Sommerkonzerte und Ausstellungen.